🇧🇴 Cementerio de Trenes – Der Friedhof der Züge

Sehr viel rostiges Metall steht im legendären Lokomotivfriedhof von Uyuni im Anden-Hochland Boliviens in der Nähe des bekannten und größten Salzsees der Erde, dem Salar de Uyuni. Er gilt als größter Eisenbahnfriedhof der Welt. Hier befinden sich rund 100 Loks und Wagen, in der Regel alle in Meterspur.

Die meisten Exponate wurden in den 1940er Jahren hier in der Wüste abgestellt. In Uyuni wurde Ende des 19. Jahrhunderts ein großes Betriebswerk betrieben für die Eisenbahnstrecken, die aus dem Landesinneren zu den Häfen am Pazifik führten. Transportiert wurde im wesentlichen Rohstoffe, insbesondere auch aus der Gegend rund um Potosì (Gold, Silber, Kupfer) und machten Uyuni zu einem wichtigen Eisenbahnknotenpunkt. Das Betriebswerk wurde in den 1940er Jahren aufgegeben, nachdem die Rohstoffindustrie zusammenbrach und viele Strecken aufgegeben wurden. In dem Zuge wurden viele, nun nicht mehr benötigte, Loks und Wagen stillgelegt und hier in der Wüste abgestellt.

Einzelne Baureihen der abgestellten Exponate sind durch den Verfall leider nicht mehr eindeutig identifizierbar. Auch haben Graffiti-Künstler auch diesen Lost Place mittlerweile für sich entdeckt und die Exponate wurden durch Metalldiebe teilweise arg in Mitleidenschaft gezogen. Trotzdem bleibt es ein faszinierender Lost Place mitten im Altiplano, der sich mittlerweile bei sehr vielen Touristen großer Beliebtheit erfreut, vielleicht auch, weil man nach Herzenslust auf den Exponaten herumklettern darf.

Aber es gibt dort nicht nur tote Eisenbahn: es fährt auch noch aktiv die Schmalspur der Ferroviaria Andina auf ihrer Strecke von Oruro nach Villazón, hier südwärts gezogen von einer 6-achsigen Serie 1000 (Hersteller Hitachi-Mitsubishi) aus dem Jahre 1978.

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