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Gedanken zu Fake-Shops im Internet

In den letzten 2 Jahren nehmen die Meldungen über Fake-Shops im Bereich Modelleisenbahn zu. Die neue Masche ist, einen Online-Shop mit Modellbahnartikeln ins Netz zu stellen, die preislich sehr, sehr attraktiv sind. Üblicherweise werden beliebte Artikel mit 50% und mehr gegenüber der unverbindlichen Preisempfehlung angeboten. Die Online-Shops firmieren dann unter den aberwitzigsten Internetadressen, so wurden Modellbahnartikel schon unter der Internet-Domain eines Fitnessstudios oder einer Pizzeria angeboten. Alleine dieser Umstand sollte einem eine erste Warnung sein. Man geht im realen Leben ja auch nicht in ein Fitnessstudio oder in eine Pizzeria, um Modellbahnartikel zu kaufen, im Internet scheint das weit aus weniger ein Problem zu sein. Ein Impressum fehlt den meisten Shops und auch die allgemeinen Geschäftsbedingungen sind oft nur mit einem automatischen Übersetzer-Tool übersetzt oder in gebrochenem Deutsch verfasst.

Trotz all dieser Anzeichen mehren sich die Nachfragen in Internet-Foren, wo Leute sich dann erkundigen, was von diesem Online-Shop zu halten ist bzw. wie die Erfahrungen sind. Der verlockende Ausblick auf das Schnäppchen und die in Deutschland leider sehr verbreitete „Geiz ist geil“-Mentalität (einer Elektronik-Fachmarkt-Kette sei Dank) sorgen dafür, dass einfachste Warnzeichen ignoriert werden. Oft wird wird einfach bestellt und nachher hört man in Internet-Foren: „Ich habe in Shop xy etwas bestellt und sofort bezahlt, habe aber seit 3 Wochen nichts von meiner Ware gehört. Ist das da normal?“ Das ist dann der Moment, wo man realisiert, dass man einer betrügerischen Masche aufgesessen ist und im Schnäppchenwahn wohl bitteres Lehrgeld gezahlt hat. Ein Glück, wenn man dann noch Käuferschutz in Anspruch nehmen kann.

Woran erkennt man diese also Fake-Shops? Wie bereits erwähnt, sollte man schon auf die Internetadresse achten. Wenn jemand Modellbahnartikel unter einer Internetadresse vertreibt, die nicht im entferntesten etwas mit Spielwaren zu tun hat, sollte man stutzig werden. Generell sollte man immer bei neuen Shops im Internet, bei denen man zu bestellen gedenkt, auch das Impressum konsultieren, um Klarheit zu bekommen, wer denn überhaupt mein Vertragspartner ist im Falle, dass ein Kaufvertrag zustande kommt. Fehlt das Impressum oder ist der Vertragspartner durch Verschleierung auf der Webseite nicht erkenntlich, sollte man auch die Finger von einer Bestellung in diesem Shop lassen.

Darüberhinaus gilt die alte Internet-Weisheit: wenn ich schon andere fragen muss zur Seriosität eines Online-Shops, dann habe ich zumindest innerlich Zweifel. Und wenn ich die schon habe, warum bestelle ich dann dort? Lasst Euch nicht vom Preis blenden, wer Ware vermeintlich anbieten kann zu einem Preis weit ab von jeglicher Händlermarge (und damit extremst günstig), der hat in der Regel nichts zu verkaufen und hat andere Absichten.

Was mache ich, wenn ich einen Fake-Shop entdecke? Das ist in der Tat ein zweischneidiges Schwert. Einerseits neigt man dazu, andere vor diesem Shop zu warnen, also in Foren und anderen Communities diesen Shop zu publizieren und mit einer entsprechenden Warnung zu versehen, andererseits fördert man damit den Shop, wenn man ihn in reichweitenstarken Medien publiziert, da mit der Veröffentlichung der Internet-Adresse in reichenweitenstarken Medien der Score des Shops in verschiedenen Suchmaschinen unweigerlich steigt. Mein Ratschlag: warnen ist gut, aber vermeidet unnötiges Posten von Internet-Adressen.

Qualität bei Märklin

Ich habe lange gezögert, ob ich überhaupt einen Post zu dem Thema schreiben soll, aber meine jüngsten Erfahrungen haben mich doch veranlasst, ein paar Worte über die scheinbar deutlich sinkende Qualität bei der Firma Märklin zu schreiben und zu teilen.

Generell: seit über 30 Jahren bin ich Kunde bei Märklin. Selten hatte ich Grund zur Klage. Ich betreibe eine Sammlung von Modellen aus dem Bereich Deutschland und Schweiz der Epoche III bis VI auf Wechselstrom, es bedarf hier auch keiner Diskussion, das ist natürlich gewachsen, so etwas stellt man nicht einfach auf Gleichstrom um.

Es gibt seit geraumer Zeit immer wieder Diskussionen, teils polemisch, teils aber auch recht sachlich, über diverse Qualitätsmängel bei Märklin. Ich habe das lange Zeit sehr amüsiert verfolgt, vielleicht auch teilweise recht überheblich in den Foren kommentiert, auch, weil ich nie Probleme hatte. Alle Modelle, die ich mir gekauft habe, waren nach meinem Anspruch einwandfrei und ich war bereit, diese für den aufgerufenen Preis zu akzeptieren. Märklin war nie dafür bekannt, die am feinsten detaillierten Großserienmodelle am Markt zuhaben. Aber die hatten immer ein paar Vorteile auf ihrer Seite: Metallgehäuse, solide Technik und eine fast unverwüstliche Qualität, dafür war man auch gerne bereit, mal auf ein noch so filigranes Detail zu verzichten, zumindest ich war dazu bereit, aber ich bin auch scheinbar deutlich weniger anspruchsvoll, als die gemeine Internet-Community, die bei Märklin kauft.

Wie kommt es, dass selbst ein relativ unkritischer Kunde des Hauses Märklin einen solchen Post verfasst? Die Antwort ist: Frust. Auch mich hat mittlerweile die phasenweise schlampige Qualität von Märklin zermürbt. Was ist passiert?

In den letzten beiden Jahren kaufte ich viele Wagen-Sets. Leider kann man sich nicht mehr darauf verlassen, dass in einem Wagen-Set drin ist, was Märklin verspricht. Überprüft bitte jedes Wagen-Set, das ihr kauft, besonders Wagen-Sets, deren Zusammenstellung optisch vermeintlich identische Wagen beinhaltet, sieht man doch nicht so schnell auf den ersten Blick den Fehler.

Mir ist es in den letzten zwei Jahren nun zweimal Mal passiert, dass Wagen-Sets nicht korrekt zusammengestellt waren im Auslieferungszustsand, d.h. dass ein Wagen z.B. doppelt im Set vorhanden war, ein anderer Wagen dafür fehlte. In beiden Fällen waren es Wagen, bei denen es aufgrund des Bautyps bei einer ersten Sichtungsprüfung nicht auffällt, sondern erst, wenn man anfängt, z.B. die Details in die Datenbank zu übernehmen und die Betriebsnummern näher anschaut. Betroffen in meinem Fall die Wagen-Sets Märklin 43947 (Euro-Express) und noch ärgerlicher, das Insider-Wagen-Set 41327 zum VT 92.5. In beiden Fällen konnte eine Lösung gefunden werden, doch warum muss man überhaupt eine Lösung finden?

Den Fass den Boden hat dann am Anfang der Woche die Lieferung eines Märklin Klassikers (und auch als solcher beworben) ausgeschlagen: ich bekam die V 200.0 aus der Klassiker-Reihe von Märklin mit der Artikelnummer 37806, die prinzipiell wahrscheinlich beste V 200, die Märklin je gebaut haben. Die Lackierung ist top, ein neu gestalteter Maschinenraum, zahlreiche digitale Zusatzfeatures und ein recht ansprechend gestalteter Führerstand, zusammen mit der Umrüstung der Lok auf den Mittelmotor mit Kardanantrieb machen auf dem Papier ein Schmuckstück aus der Lok. Man freut sich und bekommt dies:

Ja, es handelt nur um eine abgefallene Drehgestellblende, und ja, das kann man zu Hause selber korrigieren (was ich auch getan habe, wobei ich Glück hatte, dass nicht alle Kunststoffstifte der Blende abgebrochen waren). Aber bitte was soll ich davon halten? Keines der Modelle war wirklich günstig, dass man aufgrund des Preises über solche „Lappalien“ hinwegsehen kann. Was ist mit der viel beschworenen Endkontrolle in Göppingen, die gerne mal im hauseigenen YouTube-Channel wird hochleben gelassen? Wie können solche Modelle das Werk überhaupt verlassen? Mittlerweile ist man froh, wenn schon alle Achsen eines Wagens korrekt montiert sind. Ein Modell, das beim Auspacken auseinanderhält geht für eine UVP von 329 EUR gar nicht.

Ich habe noch einige Vorbestellungen bei Märklin offen und habe immer den Gedanken gehabt, dass die „Foren-Meckerer“ ein übertriebenes Anspruchsdenken haben, und übertriebenenere Ansprüche stellen, als ich, der ich Pseudosammler und Teppichbahner bin. Seit dieser Woche setzt auch bei mir ein Umdenken ein. Jedes neue Märklin-Modell wird sehr fein säuberlich auf Mängel untersucht und reklamiert. Strafe muss sein, bei den aufgerufenen Preisen erwarte ich auch mangelfreie Ware beim Auspacken. Man kann auch dem Händler eine Teilschuld geben, warum er keine Kontrolle macht und so etwas rausgibt. Aber wenn das, was die Händler passiert, schon solche Mängel aufweist, warum erreicht so etwas überhaupt den Händler? Fragen, die Märklin sehr schnell beantworten sollte.

Man kann immer behaupten, das sich die Fehlerquote bei mir persönlich in Grenzen hält, aber wenn sie bei mir schon ein Schmerzlimit erreicht, sollte es beim Hersteller Zeit zum Handeln sein.

Neu von LEGO: das Schweizer Krokodil

Da kommt was Neues von LEGO auf den Eisenbahnfreund zu: das Schweizer Krokodil in der neuen LEGO Creator Box mit der Artikelnummer 10277.

Das Krokodil erscheint ab 1.7.2020 zunächst exklusiv für LEGO Stores zum Preis von 99,99 EUR.

https://www.stonewars.de/news/lego-10277-krokodil-lokomotive/

MTH Electric Trains schließt die Pforten

Da war es ein US-Modellbahnhersteller weniger… Der amerikanische Hersteller MTH Electric Trains gibt heute bekannt, dass sein President am 1.6.2021 in Ruhestand geht und er das Unternehmen schließt. Schade.

Ankündigung von MTH

Neues von Märklins Zinkpest-Front

Ostern hatte ich bei einem Hopper aus den Märklin Start-Sets 29570/29575 Zinkpest am Bodenträger festgestellt und den Kundenservice kontaktiert.

Mittlerweile gibt es Rückmeldung vom Kundenservice, der wohl einen schlechten Tag erwischt hat, denn statt zum konkreten Fall etwas zu sagen, wird in der Antwort auf die anderen Wagen des Sets eingegangen, man hat wohl die Mail nicht richtig gelesen bzw. die Bilder nicht angeschaut.

Unabhängig von dieser Unpässlichkeit sind diese von der Zinkpest betroffenen Wagen wohl abzuschreiben. Ersatzteile, also neue Wagenböden bzw. Bodenträger gibt es nicht, was angesichts der Tatsache, dass die US-Wagenkonstruktionen immer noch in neuen Wagen-Sets verwendet und gebaut werden, schon recht verwunderlich klingt, so dass man davon ausgehen muss, dass die Ersatzteillieferung eher nicht gewollt ist.

Die Kulanzregelung von 50% auf den Kaufpreis pro Wagen, maximal aber auf 10 EUR beschränkt, ist dann bei einem Neupreis von ca. 40 EUR auch eher faktisch bei 25% anzusiedeln, so dass man den Wagen wohl eher abschreibt, insbesondere da nicht klar ist, was für einen Wagen man als Ersatz bekommt und man die Katze im Sack kaufen muss. Schade.

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